Vom Konflikt zur Versöhnung – eine Einladung

„Wir reden immer davon, eine Friedenskirche zu sein, aber wie geht das eigentlich—Friedenstiften?“

Diese Frage aus unserer letzten Lesegruppe zum Buch „Nackter Glaube“ beschäftigt mich. Im Nachdenken über diese Frage bin ich über John Paul Lederachs Buch „Vom Konflikt zur Versöhnung“ gestolpert. Der Autor ist seit Jahrzehnten als Mediator und Trainer in Konfliktgebieten auf der ganzen Welt unterwegs. Herausgekommen ist ein spannendes und lebensnahes Buch, das von Kapitel zu Kapitel neue Perspektiven auf Konflikte in unserem Leben und in der Bibel schenkt.

Von Anfang Dezember bis Mitte Februar werden wir jeden Donnerstagabend 19:30-21:00 Uhr (außer 24.12. und 31.12.) über die Videokonferenzplattform Zoom ein Kapitel besprechen und darüber ins Gespräch kommen. Die konkreten Termine und Links finden Sie hier. Wer noch überzeugt werden muss, für den habe ich hier fünf Gründe zusammengefasst, warum es sich gerade jetzt lohnt dieses Buch gemeinsam zu lesen:

1)  Konflikte als Chance für geistliche Reife
Wir alle kennen Konflikte. Kleinere Meinungsverschiedenheiten, aber auch jahrelange Konflikte, die zu Verbitterung und Entfremdung führen, sind vielen von uns nicht fremd. Ein großes Hindernis im Umgang mit Konflikten ist die Überzeugung, dass Konflikte an sich schlecht seien. Lederach zeigt, dass Konflikte nicht nur Teil des Lebens sind, sondern sogar dem Leben dienen und uns tiefer in die Begegnung mit dem lebendigen Gott führen können.

2) Friedensstiften als Handwerk und Kunst, nicht als Technik
Wie können wir Menschen zum Dienst an der Versöhnung ausrüsten? Oft bleibt es beim Appell. Ein anderer beliebter Weg ist, bestimmte Techniken zu vermitteln, mit denen es angeblich leichter sein, mit dem nervigen Onkel umzugehen. Zwar gibt Lederach auch konkrete Tipps zum Umgang mit Konflikten, wichtiger ist ihm aber, eine Haltung der Neugierde gegenüber dem Anderen einzuüben, die nicht nur den Anderen, sondern mich selbst verändert.

3) Neuer Blick auf vertraute biblische Texte
Jedes Kapitel beschäftigt sich mit einer biblischen Geschichte, die vor dem Horizont von Konflikten gelesen wird. So entstehen neue Lesarten für vertraute Texte und manchmal entsteht ein Zugang zu Texten, die uns bisher fremden blieben—etwa den Rachepsalmen—die wir nun als Schatz erkennen.

4) Versöhnungs- und Konfliktfähigkeit als Zeugnis in einer pluralistischen Welt
Weil Konflikte niemandem fremd sind, verbinden sie uns auch mit anderen, sei es als Konfliktpartner, gemeinsam unter Konflikten leidenden, oder einfach als Nachbarn, die hören, wenn drüben die Fetzen fliegen. Konfliktfähigkeit ist in unserer nachchristlichen Gesellschaft eine missionale Praxis, die gute Nachricht konkret werden zu lassen. Denn Versöhnung ist das Evangelium.

5) Jetzt ist die Zeit unsere Seelen wachsen zu lassen.
Wir durchleben zurzeit eine der größten Herausforderungen seit langem. Im Corona-Winter fehlt uns der soziale Kontakt, viele sind besorgt um Angehörige und Beruf und überfordert von den Mehrbelastungen. Ungewissheit, Stress, und mangelnde Befriedigung von Bedürfnissen; all dies sind Faktoren, die Konflikte fördern und Empathie und Neugierde am anderen schwierig machen. Gleichzeitig ist diese Zeit des unerwarteten Exils genau die richtige Zeit, nachzudenken und unsere Füße neu auszurichten auf den Weg des Friedens. Mit Zoom haben wir die Möglichkeit, uns ohne lange Fahrtwege und ohne Infektionsrisiko auszutauschen, voneinander zu lernen und gemeinsam zu stärken. Ich freue mich auf euch.

Benjamin Isaak-Krauß
Vikar der Mennonitengemeinde Regensburg

Alles ist schrecklich und mir geht’s nicht gut

Wichtige Fragen bevor du aufgibst*
(Nicht nur für Corona-Zeiten)

Hast du genug getrunken? Wenn nicht, dann trink jetzt ein Glas Wasser.

Gedanken zum Beginn der zweiten Corona-Welle

Corona ist noch nicht vorbei, so gerne wir das auch glauben mögen. … Hier geben mir Jeremias Worte eine neue Perspektive: Er ermutigt die Verstreuten, sich mit der neuen Situation zu arrangieren. Das ist kein Fatalismus, sondern ein aktives Vertrauen auf Gott.

Kraft, um durchzuhalten

Hätte jemand von uns Anfang des Jahres gedacht, dass wir an Ostern keinen gemeinsamen Gottesdienst im Gemeindezentrum in Regensburg feiern können?

Gute drei Monate

Gut drei Monate bin ich jetzt schon in Regensburg. Und es waren wirklich drei gute Monate.  Das kann ich trotz der gegenwärtigen Herausforderungen durch den Corona-Virus mit ganzem Herzen sagen.

„Alles Neu 2.0?“ Eindrücke vom Virtuellen Gemeindetag

Am 23. Mai fand der Mennonitische Gemeindetag statt. Allerdings nicht wie geplant auf dem Weiherhof, sondern virtuell über Zoom und damit in vielen Wohnzimmern in der ganzen Bundesrepublik (und darüber hinaus). Was als Notlösung wegen Corona begann, war vielleicht ein Wegweiser für neue digitale Formen des Zusammenkommens. Wie kam es dazu?